Autopilot im Alltag: Warum wir immer wieder in alte Muster zurückfallen

„Eigentlich weiß ich doch, dass mir das nicht guttut. Warum mache ich es trotzdem immer wieder?“Hypnose

Vielleicht kennst du diesen Gedanken.

Wir nehmen uns vor, gelassener zu reagieren. Weniger am Handy zu sein. Uns mehr zu bewegen. Grenzen zu setzen. Nicht mehr alles persönlich zu nehmen. Endlich eine bestimmte Gewohnheit zu verändern.

Und trotzdem passiert es wieder.

Wir reagieren wie immer.

Wir greifen automatisch zum Handy. Sagen Ja, obwohl wir Nein meinen. Ärgern uns über dieselben Dinge. Schieben etwas auf. Essen aus Gewohnheit. Denken dieselben Gedanken über uns selbst.

Warum ist das so?

Ein Grund dafür ist erstaunlich einfach:

Unser Gehirn liebt den Autopiloten.Home

Der Autopilot ist zunächst einmal etwas Gutes

Stell dir vor, du müsstest morgens über jeden einzelnen Handgriff bewusst nachdenken.

Wie putze ich meine Zähne?

Wie binde ich meine Schuhe?

Wie fahre ich Auto?

Wie bediene ich die Kaffeemaschine?

Unser Alltag wäre unglaublich anstrengend.

Deshalb automatisiert unser Gehirn Abläufe, die wir häufig wiederholen. Das spart Aufmerksamkeit und Energie.

Und das ist ausgesprochen praktisch.

Problematisch wird es erst dann, wenn auch Dinge automatisch ablaufen, die uns heute eigentlich nicht mehr guttun.

Denn unser innerer Autopilot unterscheidet nicht automatisch zwischen:

„Das ist hilfreich.“

und

„Das habe ich einfach schon sehr oft gemacht.“

„Ich bin eben so.“

Dieser Satz fällt erstaunlich häufig.

Doch vielleicht lohnt es sich, ihn einmal zu hinterfragen.

Manches, was wir für einen festen Teil unserer Persönlichkeit halten, ist möglicherweise vielmehr ein über Jahre eingeübtes Muster.

Wir haben gelernt, in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Art zu reagieren.

Vielleicht ziehen wir uns bei Konflikten zurück.

Vielleicht möchten wir es allen recht machen.

Vielleicht zweifeln wir schnell an uns.

Vielleicht reagieren wir unter Stress gereizt.

Oder wir erzählen uns seit vielen Jahren dieselben Geschichten:

„Ich kann das nicht.“

„Ich muss stark sein.“

„Ich darf niemanden enttäuschen.“

„Andere können das besser.“

„Ich muss erst alles erledigt haben, bevor ich an mich denken darf.“

Wenn solche Gedanken und Reaktionen häufig genug auftreten, können sie sich irgendwann vollkommen selbstverständlich anfühlen.

Fast so, als gäbe es gar keine Alternative.

Bewusstsein schafft einen kleinen Zwischenraum

Genau darüber spreche ich auch immer wieder in meinen kurzen „1 Minute MentalRaum“-Videos auf Social Media.

Es geht mir dabei nicht darum, Menschen jeden Tag eine neue Aufgabe zu geben oder ihnen zu erklären, wie sie ihr Leben führen sollen.

Ganz im Gegenteil.

Manchmal möchte ich einfach für eine Minute einen Gedanken in den Raum stellen.

Eine kleine Unterbrechung im Alltag.

Eine Frage.

Einen Perspektivwechsel.

Denn Veränderung beginnt häufig nicht damit, dass wir sofort etwas anders machen.

Sie beginnt damit, dass wir überhaupt bemerken, was wir gerade automatisch tun.

Plötzlich liegt zwischen einem Reiz und unserer gewohnten Reaktion ein kleiner Moment.

Und dieser Moment kann wertvoll sein.

Denn dort können wir uns fragen:

Möchte ich wirklich so reagieren – oder kenne ich es einfach nicht anders?

Warum gute Vorsätze häufig nicht reichen

Wir Menschen wissen erstaunlich oft ganz genau, was wir verändern möchten.

Das Problem ist also nicht immer fehlendes Wissen.

Der berühmte Satz:

„Ab morgen mache ich es anders.“

ist schnell gesagt.

Doch dann kommt der Alltag.

Stress.

Zeitdruck.

Müdigkeit.

Emotionen.

Und plötzlich übernimmt wieder das vertraute Muster.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jemand zu wenig Disziplin besitzt.

Es zeigt vielmehr, wie stark eingeübte Abläufe sein können.

Deshalb lohnt es sich bei Veränderungswünschen, nicht nur zu fragen:

„Was möchte ich anders machen?“

sondern auch:

„Was passiert eigentlich automatisch, bevor ich wieder im alten Muster lande?“

Diese Frage verändert den Blick.

Wir kämpfen nicht mehr nur gegen ein Verhalten.

Wir beginnen, es zu verstehen.

Und was hat Hypnose damit zu tun?Hypnose

Genau an diesem Punkt wird Hypnose interessant.

Hypnose ist kein Schlaf und auch kein Zustand, in dem ein Mensch willenlos oder fremdgesteuert wäre.

Vielmehr handelt es sich um einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem äußere Reize stärker in den Hintergrund treten können und die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet wird.

Das kann die Möglichkeit eröffnen, sich intensiver mit inneren Bildern, Gedanken, Reaktionen und Gewohnheiten zu beschäftigen.

Dabei geht es nicht darum, eine Persönlichkeit „umzuprogrammieren“.

Und auch nicht darum, einen Menschen gegen seinen Willen zu verändern.

Vielmehr kann Hypnose dabei unterstützen, gewohnte Denk- und Verhaltensmuster aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und neue innere Impulse zu entwickeln.

Genau deshalb passt das Bild des Autopiloten für mich so gut.

Manchmal müssen wir ihn nicht bekämpfen.

Vielleicht müssen wir zunächst überhaupt bemerken, dass er gerade eingeschaltet ist.

Ein kleines Experiment für deinen Alltag

Du musst dafür übrigens nicht sofort dein ganzes Leben verändern.

Probier etwas viel Einfacheres.

Beobachte dich einen Tag lang.

Nicht kritisch.

Nicht wertend.

Sondern neugierig.

Wann greifst du automatisch zum Handy?

Wann sagst du Ja, obwohl du eigentlich Nein möchtest?

Wann entsteht ein Gedanke über dich, ohne dass du ihn hinterfragst?

Wann reagierst du auf einen Menschen immer wieder auf dieselbe Weise?

Und dann stell dir nur eine Frage:

„Möchte ich das gerade wirklich – oder läuft hier mein Autopilot?“

Mehr musst du zunächst gar nicht tun.

Vielleicht entscheidest du dich danach genauso wie vorher.

Auch das ist völlig in Ordnung.

Aber diesmal hast du entschieden.

Und genau darin liegt der Unterschied.

Kleine Veränderungen dürfen klein beginnen

Wir glauben häufig, Veränderung müsse spektakulär sein.

Neues Leben.

Neue Gewohnheiten.

Neues Ich.

Ich sehe das anders.

Vielleicht beginnt Veränderung viel unscheinbarer.

Du legst das Handy einmal bewusst zur Seite.

Du gehst zehn Minuten spazieren.

Du sagst einmal Nein.

Du bemerkst einen kritischen Gedanken und glaubst ihm nicht sofort.

Du hältst für einen Moment inne, bevor du reagierst.

Das klingt nicht besonders spektakulär.

Aber vielleicht müssen Veränderungen auch gar nicht spektakulär sein.

Sie müssen zu dir passen.

Eine Minute MentalRaum

Genau dafür gibt es auch meine kurzen Videos auf unseren Social-Media-Kanälen.

Mit „1 Minute MentalRaum“ möchte ich regelmäßig kleine Denkpausen in den Alltag bringen.

Montags, mittwochs und freitags nehme ich dich für ungefähr eine Minute mit in Themen rund um Gedanken, Gewohnheiten, Selbstwert, Stress, Veränderung, Coaching und Hypnose.

Keine perfekten Lebensweisheiten.

Keine schnellen Versprechen.

Sondern kleine Impulse, die dich vielleicht an der einen oder anderen Stelle kurz innehalten lassen.

Wenn du MentalRaum auf Instagram oder Facebook folgst, begegnet dir vielleicht genau dann eine dieser Minuten, wenn dein eigener Autopilot gerade besonders beschäftigt ist.

Und vielleicht entsteht daraus eine einzige Frage.

Manchmal reicht das schon.

Mein Gedanke zum Schluss

Gewohnheiten gehören zu unserem Leben.

Wir brauchen unseren Autopiloten.

Aber wir dürfen gelegentlich überprüfen, wohin er uns eigentlich fährt.

Vielleicht nimmst du deshalb aus diesem Artikel nur diese eine Frage mit:

„Was in meinem Leben tue, denke oder entscheide ich aus Überzeugung – und was einfach aus Gewohnheit?“

Du musst darauf heute noch keine Antwort haben.

Aber vielleicht beobachtest du dich in den nächsten Tagen ein wenig bewusster.

Und wenn du merkst, dass es ein Muster gibt, das du gerne verändern möchtest, und du dich dafür interessierst, ob Hypnose oder Coaching ein möglicher Weg für dich sein könnte, kannst du dich gerne bei uns melden.Über uns

In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, ob MentalRaum und unser Ansatz zu deinem Anliegen passen.Kontakt

MentalRaum Hypnose – manchmal beginnt Veränderung mit einem Moment, in dem wir wieder bewusst hinschauen.

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